
Sprengmittelfund in Kahla
Ein 55-jähriger Mann aus Kahla meldete sich am Dienstagabend gegen 19.30 Uhr bei der Polizei und gab an, dass er seit längerem größere Mengen an Fundmunition und Schwarzpulver bei sich zu Hause lagern würde und diese nun loswerden möchte. Tatsächlich fanden gegen 20 Uhr hinzu gerufene Polizeibeamte die Angaben des Mannes bestätigt. Es wurden weitere Einsatzkräfte hinbeordert, so ein Diensthundeführer mit seinem Sprengstoffsuchhund, Beamte des Landeskriminalamtes Thüringen und der Thüringer Bereitschaftspolizei. Die Kriminalpolizei Jena übernahm die Ermittlungen. Im vom Beschuldigten genutzten Schuppen wurden in einem Versteck etwa 20 Kilogramm Schwarzpulver, drei Panzergranaten sowie eine Vielzahl an Munitionsteilen aufgefunden und beschlagnahmt, die der Beschuldigte in den 90er Jahren in der Saale gefunden und bis zum 11. Dezember bei sich versteckt hat. Die Munition stammt nach den gegenwärtigen Erkenntnissen aus dem 2. Weltkrieg und ist amerikanischer Herkunft. Gegen den 55-jährigen Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz eingeleitet. Die unerlaubte Ausübung der tatsächlichen Gewalt über Kriegswaffen ist mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünf Jahren bedroht. Ermittelt wird zudem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz und das Sprengstoffgesetz. Die Munition und das Schwarzpulver wurden heute Nachmittag durch eine Spezialfirma abtransportiert und eine Granate unmittelbar im Anschluss auf dem Schießplatz in Rothenstein zur Explosion gebracht. Der Rest wurde als Beweismittel sichergestellt. Der Beschuldigte ist wegen einer Vielzahl anderer Straftaten (u.a. Körperverletzung, Betrug, Sachbeschädigung) vorbestraft und polizeibekannt. Er war vorläufig festgenommen worden, ist aber inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt, da keine Haftgründe vorliegen. Die Ermittlungen werden fortgeführt.





















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