Das Jenaer Aktionsnetzwerk gegen Rechtsextremismus lädt am Freitag zu einer Aktion gegen das so genannte „Braune Haus" in der Jenaischen Straße ein. Um 16:30 Uhr wird es eine Kundgebung auf dem Marktplatz in Lobeda-Altstadt geben. Im Anschluss soll eine symbolische Toleranzgrenze um die Immobilie gezogen werden, die seit Jahren als Schulungs- und Veranstaltungszentrum der Jenaer Neonaziszene gilt. Die Toleranzgrenze soll ein sichtbares Zeichen gegen das Gewöhnen und Vergessen setzen. Dafür sollen Schilder zum Einsatz kommen, die bereits rund um das Pößnecker Schützenhaus aufgestellt wurden. Das ehemalige Domizil der Pößnecker Neonazis ging im letzten Jahr in den Besitz der Stadt über. Auch in Jena wäre ein solches Szenario denkbar. Der Anwalt des Hausbesitzers hatte im Februar dieses Jahres bei der Stadt nachgefragt, ob ein Kaufinteresse für das „Braune Haus" bestünde. Eine endgültige Entscheidung der Stadtverwaltung steht aber noch aus, da die Eigentumsverhältnisse nach wie vor nicht vollständig geklärt sind.